Digitale Kompetenz als Chance für Frauen!

Aktueller Status Quo in Deutschland

 

Wo stehen wir eigentlich in Deutschland bei der Gleichberechtigung von Frauen und Männern im Beruf? Betrachtet man die statischen Fakten, scheint nicht viel Dynamik  in der gleichberechtigten Teilhabe am Berufsleben von Männern und Frauen zu sein.

  • Seit 2002 ist der Verdienstunterschied zwischen den Geschlechtern fast auf gleichem Niveau geblieben: Frauen verdienen 20 % weniger (Quelle: Statistisches Bundesamt, Gender Pay Gap).
  • Jedes Jahr erinnern wir uns am 18. März – dem Equal Pay Day – an diese Tatsache.
  • Bis zu diesem Tag arbeiten Frauen in Deutschland ohne Bezahlung!

 

Gründe für die Situation lassen sich auf verschiedenen Ebenen finden:

  • Frauen arbeiten häufiger in Niedriglohnbereichen (z.B. Pflegeberufe).
  • Familienbedingte Auszeiten werden häufiger von Frauen geleistet.
  • Frauen haben seltener eine Führungsposition.

Immerhin: Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, den Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern bis zum Jahr 2030 auf 10% zu senken. Aber reicht uns das? Warum eigentlich immer noch 10% Unterschied? Warum ist die Situation seit Jahren unverändert?  Was können wir tun, um die Chancen von Frauen zu erhöhen? Hilft uns die Digitalisierung auf diesem Weg? Denn bis 2030 ist noch ein langer Weg!

 

Ein Zitat von Andrea Nahles lässt uns glauben, das Allheilmittel sei endlich entdeckt: „Die digitale Welt eröffnet in einer Weise Freiheit, Mobilität und Flexibilität, von der wir vor Jahren nicht zu träumen gewagt hätten. Sie ermöglicht so einen echten Quantensprung, wenn wir sie zu nutzen wissen.“. Was können wir also tun, um an diesem  Quantensprung" teilzuhaben?

 

Mehr Chancen für Frauen durch den digitalen Wandel

Die Digitalisierung soll es also richten? Sicher ändert die digitale Transformation zunächst einmal so ziemlich alles:

  • Unsere Kommunikation...
  • Unsere Erwartungen an Produkte und Dienstleistungen...
  • Unsere Art des Umgangs miteinander...
  • Unsere Anforderungen an uns selbst und andere...
  • Unsere Art zu lernen...
  •  Unsere Arbeitswelten...

 

Und sie verändert unsere Arbeitswelt massiv:

  • Arbeit und Freizeit vermischen sich immer mehr.
  • Phasen der Entspannung gibt nicht mehr nur nach 17 Uhr oder am Wochenende.
  • Individualisierte Pausenzeiten unterbrechen den Arbeitstag dann, wenn eine Pause notwendig ist.
  • Es gibt keine starren Arbeitszeiten mehr.
  • Es gibt verschiedene Zeitmodelle.

Digitale Technologien im Alltag zu nutzen, ist in unserer Gesellschaft zukünftig genauso wichtiger Lernstoff, wie lesen und schrieben lernen. Aber wo haben Frauen in diesem Veränderungsprozess die Nase vorn?

 

Sehr ermutigend finde ich in diesem Zusammenhang eine Studie von Accenture. Danach können Frauen digitale Kompetenz besser in Bildungserfolg umsetzen. Und eine Beschäftigungsfähigkeit von Frauen wächst mit digitaler Kompetenz schneller als die der Männer (Quelle: Getting to Equal: How Digital is Helping Close the Gender Gap at Work, Accenture 2016 ).

 

Wenn Frauen diesen Wissensvorsprung auch in beruflichen Erfolg umsetzen können, wäre das sicher ein Schritt in Richtung Chancengleichheit.

 

 

Ausblick in eine digitale Wirklichkeit

Zusammenfassend können die folgenden Punkte genannt werden:

  • Frauen müssen lernen, Bildungserfolg stärker in beruflichen Erfolg zu übersetzen!
  • Frauen sollten erkennen, wie sehr digitale Kompetenzen am Arbeitsplatz und bei Arbeitgebern gefragt sind.
  • Digitale Kompetenzen können helfen, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu fördern.

 

Quelle: Studie von Accenture „Getting to equal  Schließt Digitalisierung die Geschlechterlücke“ 2016